Aus France Bleu Elsass soll ein grenzüberschreitender Sender für das Oberrheintal werden

Seit gestern richtet sich France Bleu Elsass, das Programm von Radio France in elsässischer Sprache, nicht mehr nur an Hörer auf der französischen Seite des Rheins, sondern möchte auch das Publikum im benachbarten Baden-Württemberg und im lothringischen Bitscher Land erreichen. Ebenfalls im Blick haben die Programmmacher die rund 70.000 Pendler zwischen beiden Ländern. Das öffentlich-rechtliche Regionalprogramm aus Straßburg tritt nun als „D’r erschte Rhintààl Radiosander“, der erste Radiosender für das Oberrheintal, auf – vom Grand Ballon bis auf den Feldberg, von Karlsruhe bis Basel und vom Bitscher Land bis zum Titisee. Einer der neuen Claims lautet dementsprechend: „Auf France Bleu Elsass gibt es keine Grenzen“.

Die erweiterte Zielgruppe umfasst die rund vier Millionen Hörer auf beiden Seiten des Rheins, welche die Sendungen in der Regionalsprache verstehen können oder verwandte Dialekte wie das Badische beherrschen. Das Programm soll Nachrichten, Musik, Wetter, Verkehrsmeldungen und Berichte rund um Kultur und Brauchtum beinhalten. Die moderierten Sendestrecken wurden unterdessen weiter ausgebaut, seit dieser Woche wird werktags von 6.30 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr auf Elsässisch moderiert. Den Auftakt macht France Bleu Elsass Matin von 6.30 bis 10 Uhr mit Jonathan Wahl, es folgt von 10 bis 11 Uhr Simone Morgenthaler, die sich der regionalen Küche widmet. Pierre Nuss meldet sich anschließend in „Rhin un Nuss“ und „Ewer’m Middàà“, von 14 bis 15 Uhr steht elsässische Musik auf dem Programm und von 15 bis 18 Uhr läuft nochmal das Beste aus dem Vormittagsprogramm. In der restlichen Sendezeit wird weiterhin das französischsprachige UKW-Programm von France Bleu Alsace übernommen. Nachdem die Mittelwellensendungen auf 1278 kHz bereits Anfang 2016 eingestellt wurden, ist das Regionalprogramm in Elsässisch ausschließlich über das Internet und via App zu hören. Ein Sendestart über DAB+, das in Kürze in Strasbourg aufgeschaltet wird, ist bis dato nicht vorgesehen. France Bleu Elsass plant allerdings verstärkt auch Videoinhalte zu produzieren und über seine Webseite zu verbreiten.

Das neue „webradio rhénan“ wurde gestern unter Anwesenheit der Radio France-Chefin Sibyle Veil im Rahmen eines Festaktes im Europaparlamentsgebäude in Straßburg gestartet. Ein geschichtsträchtiges Datum, denn am 11. November 1930 ging Radio Strasbourg erstmalig auf Sendung. 88 Jahre später soll sich France Bleu Elsass nun zu einem grenzüberschreitenden europäischen Webprojekt weiterentwickeln.