Jona Teichmann wird zum 1. April neue Deutschlandradio-Programmdirektorin

Am 1. April 2021 nimmt Jona Teichmann ihre Arbeit als Programmdirektorin bei Deutschlandradio auf. Die 57-Jährige ist damit zukünftig für das Programmangebot von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova verantwortlich. Sie folgt auf Andreas-Peter Weber, der die Funktion 2011 übernommen hatte.

Vor ihrem Amtsantritt erklärte Teichmann zu ihrer Motivation: „Die Angebote von Deutschlandradio stehen für höchsten journalistischen Anspruch. Als Hörerin kann ich mich darauf verlassen, dass ich etwas dazulerne, das mir hilft, die Welt besser zu verstehen. Und meistens kann ich sagen: So etwas bekomme ich nur hier. Das ist das Werk vieler Programm-Macherinnen und Programm-Macher mit großer Leidenschaft und außerordentlicher Kompetenz. Diese inhaltliche Qualität will ich gerne weiter stärken.“

Besonders wichtig sei die Dialogorientierung der Programme, so Teichmann: „Deutschlandradio bildet gesellschaftlichen Diskurs nicht nur ab, sondern ist auch eine Plattform für Debatten und Austausch mit dem Publikum geworden. Ist längst nicht mehr nur ‚Sender‘, sondern auch ‚Empfänger‘. In Zeiten des Auseinanderdriftens der Gesellschaft ist das für mich eine große Stärke des Programms: Es kann dazu beitragen, Verständnis füreinander zu schaffen und das demokratische Miteinander zu fördern. Die Nähe zu den Nutzerinnen und Nutzern und den Dialog mit ihnen will ich ausbauen – im Radio, aber auch in digitalen Kanälen.“

Dabei müsse auch die Diversität im Programm zum Tragen kommen, erklärte Teichmann: „Wir brauchen Exzellenz und Innovation, um die Digitalisierung zu meistern und mit unseren Programmen unverzichtbar zu sein für unsere Hörerinnen und Hörer. Das gelingt nur, wenn wir vielfältiger werden – diverse Teams bringen auf Dauer bessere Leistungen. Deswegen gilt es, noch mehr Talente mit unterschiedlichen Fähigkeiten zu finden, noch mehr Menschen, die andere Erfahrungen und Blickwinkel in die Arbeit einbringen. Wir müssen jünger, weiblicher und kulturell wie sozial vielfältiger werden. Unser Anspruch muss es sein, die verschiedenen Potenziale und Perspektiven für alle nutzbar zu machen.“

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue unterstrich: „Ich freue mich sehr, dass ich für den nationalen Hörfunk eine gestandene Radiomacherin mit besonderer Qualifikation für die Transformation traditioneller Radioprogrammangebote in die digitale Welt gewinnen konnte. Denn auch wenn wir stolz auf die Rekordzahlen bei der Nutzung unserer linearen Radioangebote sind, wird die Audiowelt im Digitalen immer anspruchsvoller.“

Jona Teichmann war zuletzt Chefredakteurin Hörfunk des Westdeutschen Rundfunks, seit Januar 2020 leitete sie in Personalunion die Informationswelle WDR 5 und koordinierte außerdem die Runde der Hörfunk-Chefredakteurinnen und ‑chefredakteure der ARD. Zuvor war sie Wellenchefin von Funkhaus Europa und Chefredakteurin der Landesprogramme Hörfunk des WDR. Hier war sie zuständig für die Programmentwicklung der multimedialen NRW-Studios und die Entwicklung crossmedialer Arbeitsweisen.

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radioWOCHE / 2017