Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 01.03.

Wann hat es die ersten „Breaking News“ im Radio gegeben? Einer der ersten Anlässe wird die Entführung des kleinen Sohns von Charles und Anne Lindbergh gewesen sein. Dem US-amerikanischen Piloten ist 1927 der Nonstopflug von New York nach Paris gelungen, die erste Alleinüberquerung des Atlantiks. 1929 heiratet er Anne Spencer Morrow, die Tochter des Geschäftsmanns und Politikers Dwight Morrow. Am 22. Juni 1930 wird Sohn Charles III. geboren.

Betty Gow, das Kindermädchen, schlägt am 1. März 1932 gegen 22 Uhr Alarm geschlagen. Der 20 Monate alte Junge ist aus seinem Kinderbett verschwunden. Auf dem Fensterbrett liegt ein Brief, in dem 50000 Doller Lösegeld gefordert werden.

Reporter von NBC und CBS schwärmen nach Hopewell im US-Bundesstaat New Jersey aus. Die Ermittlungen laufen zunächst ins Leere. Am 12. Mai wird die bereits stark verweste Leiche des Jungen etwa fünf Meilen von Lindberghs Anwesen entfernt gefunden.

Am 18. September 1934 bezahlt ein Mann an einer Tankstelle mit einem registrierten Schein aus dem Lösegeld. Der Tankwart verständigt die Polizei. Der Mann ist Bruno Richard Hauptmann, ein illegaler Einwanderer aus Sachsen, der in Deutschland vier Jahre wegen Einbruchs und Diebstahls im Gefängnis gesessen hat. In seiner Wohnung findet die Polizei einen Schuhkarton mit knapp 14000 Dollar aus dem Lösegeld. Hauptmann gibt an, ein Bekannter habe ihm das Geld zur Verwahrung gegeben.

Der Fall scheint klar – obwohl Hauptmann vor Gericht immer wieder seine Unschuld beteuert. Hauptmann stirbt am 3. April 1936 im Staatsgefängnis in Trenton auf dem elektrischen Stuhl. Nachträglich gibt es viele Hinweise darauf, dass er wirklich unschuldig ist.