Rundfunkgeschichte: Audio-History vom 03.03.

Am 3. März 1924 wird in Stuttgart die Süddeutsche Rundfunk AG (SÜRAG) gegründet. Private Geldgeber bringen 60000 Goldmark Stammkapital auf. Treibende Kraft ist Alfred Bofinger, der sich als Dramaturg und Regisseur früh mit den Gestaltungsmöglichkeiten des Rundfunks beschäftigt. Er wird zum Vorstand der SÜRAG gewählt.

Am 11. Mai 1924 geht die erste Sendung über den Äther, 1925 tritt die Gesellschaft der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft bei. 1930 nimmt die SÜRAG den Sender Mühlacker auf der Mittelwelle in Betrieb, den ersten deutschen Großrundfunksender.

Ab dem 1. April 1934 werden die bisherigen Namen vereinheitlicht und der Süddeutsche Rundfunk damit zum Reichssender Stuttgart. Er ist damit Teil des deutschen Einheitsrundfunks, der ab dem 1. Januar 1939 unter dem Namen Großdeutscher Rundfunk sendet. Der Betrieb des Reichssenders Stuttgart endet am 5. April 1945.

Nach der Machtergreifung der Nazis und Gleichschaltung der Sender kann Alfred Bofinger 1933 als einziger der Vorstände der regionalen Rundfunkgesellschaften seinen Posten behalten und amtiert bis 1945 als Intendant des Reichssenders Stuttgart.

Welchen Einfluss er im Sender hatte, ist unklar. So ist Bofinger 1940 bis 1944 als Gruppenleiter Rundfunk beim Militärbefehlshaber Frankreich in Paris eingesetzt. Allerdings hat er Verbindung zu Kreisen des Widerstands.